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Bartholdy-Ensemble Rheinfelden Leitung Christian Sikorski |
Erfahrung und Reife treffen auf frischen EnthusiasmusDas Bartholdy Ensemble spielte im Rahmen der Kulturamts-Reihe "Unerhört – Klassik in Rheinfelden" in der Adelbergkirche.
Hochspannende Kammermusik in aufwühlend emotionalen
Interpretationen war beim jüngsten Konzert des Bartholdy Ensembles in
der Kulturamts-Reihe "Unerhört – Klassik in Rheinfelden" zu erleben: Da
agierten gleich drei Musikergenerationen in der Rheinfelder
Adelbergkirche. Christian Sikorski, Leiter des Bartholdy Ensembles und
Violinprofessor an der Stuttgarter Hochschule für Musik, und sein
Professorenkollege Peter Buck, langjähriger Cellist des früheren
Melos-Quartetts, spielten gemeinsam mit einigen ihrer hochbegabten
Studenten und Absolventen der Kammermusikklasse. Erfahrung,
Souveränität, Reife trafen hier aufs Schönste mit dem frischen
Enthusiasmus und Können hochtalentierter junger Streicher zusammen. Enorme Intensität, Spannkraft und innerlich
glühendes Feuer legte Angelo de Leo als Primarius zusammen mit der
zweiten Geigerin Mona Burger, dem Bratschisten Tobias Reifland und dem
Cellisten Jonas Palm in die Wiedergabe von Schostakowitschs
Streichquartett Nr.8 c-Moll. Der Komponist schrieb es in Erinnerung an
die Opfer von Krieg und Faschismus. Und die Zuhörer waren nachhaltig
beeindruckt, mit welcher Konzentration und Expressivität das junge
Streichquartett dieses schmerzlich intensive Werk bis in die
Tiefenschichten aushorchte: Hochexpressiv in den heftigen schroffen
Ausbrüchen, bohrend intensiv, voller Schärfe des Klangs in den düsteren
aufgewühlten Passagen und den fahlen Farben, die den Schrecken des
Krieges, die Trümmer der Zerstörung und das Leid der Opfer offenbar
machen. Eindringlich gelang den jungen Streichern auch der ergreifende
dunkle Trauergesang und das weit ausschwingende Largo, voller Schwermut
und Elegie: ein Spiel von unerhörter Ausdruckskraft!
Roswitha Frey (Badische Zeitung) 19.Oktober 2010 zurück |